Selbstgemachtes im Gewürzregal: Kräutersalz
Zutaten & Zubehör
Für ein Glas Kräutersalz (ca. 500 ml Inhalt) brauchst Du:
- 400–500 g grobes Meersalz, Steinsalz oder Himalaya-Salz
- 50–100 g frische Kräuter nach Wahl (entspricht etwa 7 großen Handvoll)
- Ein Backblech mit Backpapier oder einen Dörrautomaten zum Trocknen
- Einen Mörser, eine Gewürzmühle oder einen Food Processor zum Zerkleinern
- Ein sauberes Schraubglas oder eine luftdichte Keramikdose zur Aufbewahrung
Mischungsverhältnis: Als Ausgangspunkt empfehlen wir 1 Teil Kräuter auf 4–8 Teile Salz (also z. B. 50 g Kräuter auf 400 g Salz). Wer ein besonders kräuteriges Salz möchte, kann das Verhältnis auf 1:2 reduzieren – ganz nach persönlichem Geschmack. Für ein erstes Rezept ist das Verhältnis 1:4 ein guter Einstieg.
Welche Kräuter eignen sich für Kräutersalz?
Grundsätzlich lassen sich alle essbaren Küchen- und Gartenkräuter verwenden – frisch aus dem Beet oder vom Balkon. Am aromatischsten sind die Kräuter, wenn Du sie gegen Mittag erntest: Dann ist der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten. Die folgende Liste zeigt Dir, welche Kräuter sich besonders gut eignen und was sie geschmacklich mitbringen:
Rosmarin – würzig und intensiv, ideal für Fleisch, Kartoffeln und Ofengemüse
Thymian – leicht pikant und pfeffrig, passt zu Geflügel, Suppen und Eintöpfen
Salbei – herb und aromatisch, besonders gut zu Pasta, Butter und Geflügel
Oregano – mediterran und kräftig, ein Klassiker für Tomatengerichte und Pizza
Petersilie (glatt oder kraus) – frisch und mild, universell einsetzbar
Schnittlauch – fein-zwiebeliger Geschmack, gut für Dips, Salate und Quark
Schnittknoblauch – intensiver als Schnittlauch, gibt dem Salz eine Umami-Note
Zitronenthymian – fruchtig-würzig, herrlich zu Fisch und hellem Fleisch
Liebstöckel (Maggikraut) – kräftig und suppenwürzend, sparsam dosieren und nicht zu fein mixen
Bohnenkraut – leicht pfeffrig, klassisch zu Hülsenfrüchten und Grillfleisch
Lavendel – blumig und intensiv, sehr sparsam einsetzen, toll zu Lamm und Desserts
Basilikum – süßlich-würzig, gut für mediterrane Mischungen und Tomatensalate
Dill – fein und anisartig, ideal für Fisch, Gurken und skandinavische Gerichte
Majoran – mild und leicht süßlich, klassisch zu Wurst, Kartoffeln und Eintöpfen
Estragon – leicht anisartig, besonders gut zu Geflügel, Fisch und hellen Saucen
Minze – frisch und kühlend, interessant für Salate, Lammgerichte und Dips
Koriander (Blätter) – zitronig-würzig, passt zu asiatischen und orientalischen Gerichten
Kapuzinerkresse (Blätter und Blüten) – leicht scharf und pfeffrig, dekorativ und aromatisch
Bärlauch – intensiv knoblauchartig, saisonal verfügbar im Frühling, toll für herzhafte Gerichte
Zubereitung
- Kräuter vorbereiten: Frische Kräuter waschen und gründlich trocken schütteln oder mit einem Tuch abtupfen. Stiele grob entfernen, Blätter und Blüten grob zerteilen. Idealerweise erntest Du die Kräuter gegen Mittag – dann ist ihr ätherischer Ölgehalt am höchsten.
- Kräuter trocknen: Die Kräuter gleichmäßig und ohne Überlappung auf einem mit Backpapier belegten Backblech ausbreiten. Im Backofen bei 35–50 °C (Umluft, Ofentür einen Spalt geöffnet) für 25–60 Minuten trocknen, bis die Blätter rascheln und sich leicht zerbröseln lassen. Alternative 1: Kräuter gebündelt an einem dunklen, luftigen Ort aufhängen und 2–3 Tage lufttrocknen lassen. Alternative 2: Im Dörrautomaten bei 60 °C für 3–8 Stunden – je nach Kräutersorte und Wassergehalt. Zwiebeln und Knoblauch benötigen dabei deutlich länger (bis zu 8 Stunden) als zarte Kräuterblätter (3–4 Stunden).
Wichtig: Die Kräuter müssen vollständig trocken sein, bevor sie mit dem Salz vermischt werden – sonst kann das Salz feucht werden, verklumpen oder im schlimmsten Fall schimmeln. Das Salz rieselt frei, wenn alles richtig getrocknet ist. - Zerkleinern & mischen: Die getrockneten Kräuter im Mörser oder in einer Gewürzmühle grob zerreiben. Dann mit dem Salz vermengen. Wer ein besonders feines Salz möchte, gibt beides zusammen kurz in einen Food Processor. Tipp: Rosmarin und Liebstöckel nicht zu lange und nicht auf höchster Stufe mixen – sonst können Bitterstoffe freigesetzt werden.
- Abschmecken & abfüllen: Das fertige Kräutersalz kosten und bei Bedarf das Verhältnis noch anpassen. Dann in saubere, trockene Schraubgläser oder Keramikdosen füllen und gut verschließen.
Welche Kräuter verwendest Du in Deinem Kräutersalz? Wir freuen uns über Deinen Kommentar!
Vier leckere Varianten
1. Klassisches Mediterranes Kräutersalz
Die wohl beliebteste Variante – aromatisch, vielseitig und ein echter Allrounder in der Küche.
Zutaten: 400 g grobes Meersalz · je 1 Handvoll getrockneter Rosmarin, Thymian, Oregano und Salbei · ½ Handvoll Petersilie
Passt hervorragend zu Grillgerichten, Ofengemüse, Pasta und Salaten.
2. Umami-Kräutersalz mit Zwiebel & Knoblauch
Für alle, die es besonders herzhaft mögen – eine regelrechte Umami-Bombe.
Zutaten: 400 g Salz · je 1 Handvoll getrocknete Petersilie, Schnittlauch und Schnittknoblauch · 1 klein geschnittene und gedörrte weiße Zwiebel · 1 Frühlingszwiebel (gedörrt) · 2–3 Knoblauchzehen (gedörrt)
Intensiv, würzig und unwiderstehlich. Toll zu Fleisch, Suppen und herzhaften Dips. Hinweis: Zwiebeln und Knoblauch benötigen im Dörrautomaten bei 60 °C bis zu 8 Stunden – deutlich länger als die Kräuter.
3. Zitrus-Kräutersalz für Fisch & leichte Gerichte
Frisch und fein – perfekt für den Sommer.
Zutaten: 400 g feines Meersalz · je 1 Handvoll getrockneter Zitronenthymian, Petersilie und Dill · abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone (getrocknet)
Ideal zu Fischgerichten, gedünstetem Gemüse, Salaten und leichten Sommergerichten.