Selbstgemachtes im Gewürzregal: Kräutersalz

Willkommen zur nächsten Folge unserer Serie „Selbstgemachtes im Gewürzregal". Heute zeigen wir Dir, wie Du frische Kräuter aus dem Garten ganz einfach in ein aromatisches Kräutersalz verwandelst – perfekt zum Würzen und Verschenken. Das Beste daran: Du brauchst nur zwei Zutaten, etwa 30 Minuten aktive Zubereitungszeit und bekommst ein Ergebnis, das jedem Fertigprodukt weit überlegen ist. Dazu kommt: Wer selbst würzt, hat die volle Kontrolle über Qualität, Kräuterauswahl und Intensität.
Minze
Salbei im Garten

Zutaten & Zubehör

Für ein Glas Kräutersalz (ca. 500 ml Inhalt) brauchst Du:

  • 400–500 g grobes Meersalz, Steinsalz oder Himalaya-Salz
  • 50–100 g frische Kräuter nach Wahl (entspricht etwa 7 großen Handvoll)
  • Ein Backblech mit Backpapier oder einen Dörrautomaten zum Trocknen
  • Einen Mörser, eine Gewürzmühle oder einen Food Processor zum Zerkleinern
  • Ein sauberes Schraubglas oder eine luftdichte Keramikdose zur Aufbewahrung

Mischungsverhältnis: Als Ausgangspunkt empfehlen wir 1 Teil Kräuter auf 4–8 Teile Salz (also z. B. 50 g Kräuter auf 400 g Salz). Wer ein besonders kräuteriges Salz möchte, kann das Verhältnis auf 1:2 reduzieren – ganz nach persönlichem Geschmack. Für ein erstes Rezept ist das Verhältnis 1:4 ein guter Einstieg.

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Welche Kräuter eignen sich für Kräutersalz?

Grundsätzlich lassen sich alle essbaren Küchen- und Gartenkräuter verwenden – frisch aus dem Beet oder vom Balkon. Am aromatischsten sind die Kräuter, wenn Du sie gegen Mittag erntest: Dann ist der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten. Die folgende Liste zeigt Dir, welche Kräuter sich besonders gut eignen und was sie geschmacklich mitbringen:

Kräuter für selbstgemachtes Kräutersalz – Geschmack und Verwendung im Überblick
Kräuter für selbstgemachtes Kräutersalz – Geschmack und Verwendung im Überblick
Kraut Geschmacksprofil Passt besonders gut zu
Rosmarin Würzig und intensiv Fleisch, Kartoffeln, Ofengemüse
Thymian Leicht pikant und pfeffrig Geflügel, Suppen, Eintöpfe
Salbei Herb und aromatisch Pasta, Butter, Geflügel
Oregano Mediterran und kräftig Tomatengerichte, Pizza
Petersilie (glatt oder kraus) Frisch und mild Universell einsetzbar
Schnittlauch Fein-zwiebeliger Geschmack Dips, Salate, Quark
Schnittknoblauch Intensiver als Schnittlauch, Umami-Note Herzhafte Gerichte, Würzmischungen
Zitronenthymian Fruchtig-würzig Fisch, helles Fleisch
Liebstöckel (Maggikraut) Kräftig und suppenwürzend – sparsam dosieren, nicht zu fein mixen Suppen, Eintöpfe, Brühen
Bohnenkraut Leicht pfeffrig Hülsenfrüchte, Grillfleisch
Lavendel Blumig und intensiv – sehr sparsam einsetzen Lamm, Desserts
Basilikum Süßlich-würzig Mediterrane Gerichte, Tomatensalate
Dill Fein und anisartig Fisch, Gurken, skandinavische Gerichte
Majoran Mild und leicht süßlich Wurst, Kartoffeln, Eintöpfe
Estragon Leicht anisartig Geflügel, Fisch, helle Saucen
Minze Frisch und kühlend Salate, Lammgerichte, Dips
Koriander (Blätter) Zitronig-würzig Asiatische und orientalische Gerichte
Kapuzinerkresse (Blätter und Blüten) Leicht scharf und pfeffrig, dekorativ Salate, Dips, Würzmischungen
Bärlauch Intensiv knoblauchartig – saisonal im Frühling verfügbar Herzhafte Gerichte, Aufstriche, Pasta
Die Zutaten auf einem Bild

Zubereitung

  1. Kräuter vorbereiten: Frische Kräuter waschen und gründlich trocken schütteln oder mit einem Tuch abtupfen. Stiele grob entfernen, Blätter und Blüten grob zerteilen. Idealerweise erntest Du die Kräuter gegen Mittag – dann ist ihr ätherischer Ölgehalt am höchsten.
  2. Kräuter trocknen: Die Kräuter gleichmäßig und ohne Überlappung auf einem mit Backpapier belegten Backblech ausbreiten. Im Backofen bei 35–50 °C (Umluft, Ofentür einen Spalt geöffnet) für 25–60 Minuten trocknen, bis die Blätter rascheln und sich leicht zerbröseln lassen. Alternative 1: Kräuter gebündelt an einem dunklen, luftigen Ort aufhängen und 2–3 Tage lufttrocknen lassen. Alternative 2: Im Dörrautomaten bei 60 °C für 3–8 Stunden – je nach Kräutersorte und Wassergehalt. Zwiebeln und Knoblauch benötigen dabei deutlich länger (bis zu 8 Stunden) als zarte Kräuterblätter (3–4 Stunden).
    Wichtig: Die Kräuter müssen vollständig trocken sein, bevor sie mit dem Salz vermischt werden – sonst kann das Salz feucht werden, verklumpen oder im schlimmsten Fall schimmeln. Das Salz rieselt frei, wenn alles richtig getrocknet ist.
  3. Zerkleinern & mischen: Die getrockneten Kräuter im Mörser oder in einer Gewürzmühle grob zerreiben. Dann mit dem Salz vermengen. Wer ein besonders feines Salz möchte, gibt beides zusammen kurz in einen Food Processor. Tipp: Rosmarin und Liebstöckel nicht zu lange und nicht auf höchster Stufe mixen – sonst können Bitterstoffe freigesetzt werden.
  4. Abschmecken & abfüllen: Das fertige Kräutersalz kosten und bei Bedarf das Verhältnis noch anpassen. Dann in saubere, trockene Schraubgläser oder Keramikdosen füllen und gut verschließen.
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Drei leckere Varianten

1. Klassisches Mediterranes Kräutersalz

Die wohl beliebteste Variante – aromatisch, vielseitig und ein echter Allrounder in der Küche.

Zutaten: 400 g grobes Meersalz · je 1 Handvoll getrockneter Rosmarin, Thymian, Oregano und Salbei · ½ Handvoll Petersilie

Passt hervorragend zu Grillgerichten, Ofengemüse, Pasta und Salaten.

2. Umami-Kräutersalz mit Zwiebel & Knoblauch

Für alle, die es besonders herzhaft mögen – eine regelrechte Umami-Bombe.

Zutaten: 400 g Salz · je 1 Handvoll getrocknete Petersilie, Schnittlauch und Schnittknoblauch · 1 klein geschnittene und gedörrte weiße Zwiebel · 1 Frühlingszwiebel (gedörrt) · 2–3 Knoblauchzehen (gedörrt)

Intensiv, würzig und unwiderstehlich. Toll zu Fleisch, Suppen und herzhaften Dips. Hinweis: Zwiebeln und Knoblauch benötigen im Dörrautomaten bei 60 °C bis zu 8 Stunden – deutlich länger als die Kräuter.

3. Zitrus-Kräutersalz für Fisch & leichte Gerichte

Frisch und fein – perfekt für den Sommer.

Zutaten: 400 g feines Meersalz · je 1 Handvoll getrockneter Zitronenthymian, Petersilie und Dill · abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone (getrocknet)

Ideal zu Fischgerichten, gedünstetem Gemüse, Salaten und leichten Sommergerichten.

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Text von Ruth März, Lebensmittelchemikerin und Verantwortliche für Social Media & Onlinemarketing

26. September 2017 · zuletzt aktualisiert 3. Juni 2026

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